Verpasste Chancen in Steinbach

Nach dem missglückten Start in die neue Saison gegen Lorsch sollte nun in Steinbach der erste Mannschaftssieg her.

Am zweiten Brett ergab sich relativ schnell eine recht ausgeglichene und konfliktfreie Stellung, so dass sich Andreas und sein Gegner auf ein ereignisloses Remis einigten.

Lars unterlief bereits in der Eröffnung ein Fehler, der seinem Gegner einen unwiderstehlichen Angriff ermöglichte. Lars musste bald kapitulieren.

An den anderen Brettern sah alles recht ausgeglichen aus und wir mussten abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.

Zwischenzeitlich konnten wir in Führung gehen, da Jürgen und Stephan ihre Stellungen systematisch ausbauen und fehlerlos zum vollen Punkt umwandeln konnten.

Marcel spielte wie immer eine aktive Partie mit entgegengesetzten Rochaden. Beide Gegner schenkten sich nichts, hatten zum Schluss jeweils König, Turm und Randbauer und einigten sich auf Remis.

Dann kam leider der Einbruch: Alex und ich hatten in der letzten Saison noch im Gleichschritt die entscheidenden Punkte erkämpft. Doch diesmal holten wir im „Doppelpack“ die entscheidenden Niederlagen.

Alex hatte in der Eröffnung seinen Gegner überspielt und einen „Paradespringer“ im Zentrum postiert. Bei der Realisierung dieses Vorteils geriet er jedoch mit seiner Dame auf Abwege. Er schickte sie fernab des eigenen Königs auf Materialjagd. Als dann auch noch der Königs-Fianchetto-Läufer abgetauscht war, befand sich der einsame König auf verlorenem Posten und erlag einem gegnerischen Einschlag.

Während Alex einem verfehlten Plan zum Opfer fiel, zeigte ich Schwächen in der konkreten Variantenberechnung. Im Mittelspiel hatte ich einen Bauern verloren, konnte dafür aber einen gefährlichen Freibauern aktivieren. Nachdem ich bereits die Möglichkeit versäumt hatte, mit meinem Läufer den Bauern abzuschirmen und erfolgreich zur Dame zu führen, konnte mein Gegner seinen Turm gegen den Bauern opfern und seinerseits mit einem Bauernduo, unterstützt durch seinen König nach vorn stürmen. Ich musste mit König und Turm hinterher hecheln. Nach beiderseitigen Fehlern entstand die Schlussstellung, in der ich meinen Turm gegen die zwei Bauern hergeben musste. Ich gab enttäuscht auf, da ich glaubte, dass mein Gegner meine beiden Bauern verspeisen konnte und mit seinen beiden verbleibenden Bauern leicht gewinnen würde.

Hätte ich mir etwas mehr Zeit genommen und in Ruhe durchgeatmet, hätte ich gesehen, dass ich mit dem Doppelschritt meines g-Bauern das zum Remis notwendige Tempo gewinnen kann.

Nun lag es an Frank, mit einem Sieg wenigstens noch einen Mannschaftspunkt zu retten.

Er kämpfte mit Dame und Springer gegen Dame und Läufer bei beiderseits noch einigen Bauern. Auf den ersten Blick sah es so aus, als ob der weit reichende Läufer dem Springer überlegen ist. Frank gelang es jedoch, den Springer elegant auf Bauernjagd zu schicken und die Stellung mit jedem Zug zu komplizieren. Während Frank noch ein beruhigendes Bedenkzeit-Polster besaß, kam sein Gegner zunehmend in Zeitnot und lebte bald nur noch vom 30s-Bonus. Als dann auch noch zeitweise 4 Damen auf dem Brett waren, erlag Franks Gegner der Variantenvielfalt und überschritt nach einigen weiteren Zügen die Zeit.

Durch diesen eindrucksvollen Sieg rettete uns Frank den Endstand von 4 : 4.