Nachbetrachtung zur Saison 2016/2017

Die soeben beendete Saison brachte für unsere 3 Mannschaften recht unterschiedliche Ergebnisse. Deshalb lohnt sich ein kurzer Rückblick, um die Ursachen zu erforschen und die entsprechenden Schlussfolgerungen für das kommende Spieljahr zu ziehen.

Unsere 1. Mannschaft schaffte mit 18 : 0 Mannschaftspunkten und 51,5 aus 81 (64 %) Brettpunkten souverän den Wiederaufstieg in die Landesklasse.  

Das war das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung:

  • Alle Spieler erzielten ein positives Ergebnis
  • Die Spieler an den ersten vier Brettern erzielten eine Turnierperformance > 2000 und verloren keine einzige Partie
  • Die Stammspieler standen sehr konstant zur Verfügung. Es gab nur 7 Einsätze von Ersatzspielern aus der zweiten und dritten Mannschaft
  • Die Ersatzspieler konnten insgesamt mit 4 aus 7 Punkten ebenfalls wesentlich zum  positiven Ergebnis beitragen

SFK1-2017Unsere Gegner haben uns diese Punkte allerdings nicht geschenkt, sondern wir mussten diese hart erkämpfen.

Als Beispiel schauen wir noch einmal auf den dramatischen Finalkampf gegen Hattersheim. Martin unser „Reporter“ postete auf Facebook:

SFK1-Finale1

Zu diesem Zeitpunkt, nach 5 ½ Stunden Spielzeit, hatte Frank gerade gegen FM Wolfgang Gerstner  seinen letzten Trumpf, einen Freibauern ausgespielt, um ihn mit Unterstützung seines Königs voranzutreiben und konnte damit seine verloren geglaubte Stellung ins Remis retten.  Andreas F. versuchte in scheinbar aussichtsloser Situation, seinem Gegner Tobias Makilla, der ihn mit einem fünfstündigen Angriffssturm überzogen hat, das Leben schwer zu machen. Alex hatte eine hochkomplizierte Stellung mit beiderseitigen Chancen gegen Rainer Rauschenbach auf dem Brett. Sein Gegner hatte einen weit vorgerückten Freibauern, Alex einen gefährlichen Königsangriff. Wer würde sich durchsetzen? Ich musste feststellen, dass die Verwertung der drei Mehrbauern, die ich in der unübersichtlichen Zeitnotphase gewonnen hatte, nicht so einfach war, wie es auf den ersten Blick aussah. Stephan hatte gegen Tabea Malte aus einem ausgeglichenen Endspiel heraus einen Bauern gewonnen. Konnte er einen Plan finden, diesen zu verwerten?

Die Uhren tickten unerbittlich gegen 0. Einen Zeitbonus pro Zug gibt es in der MTS-Liga nicht.   Nach weiteren 15 Minuten konnte Martin registrieren:

SFK1-Finale2

Alex hatte seinen Gegner matt gesetzt. Ich konnte einen Randbauern nahe an das Umwandlungsfeld vorantreiben und Stephan verwandelte einen Bauern in eine Dame. Letztendlich rettete auch Andreas einen halben Punkt: Sein Gegner hatte für seinen Angriff die gesamten Zeitreserven aufgebraucht und seine Gewinnversuche eingestellt.

Mit diesem etwas ausführlicheren Rückblick möchte ich zeigen, dass für den Erfolg auch eine Portion Glück erforderlich ist, dieses sich jedoch nur dann einstellt,  

  • wenn man auch ausgeglichene Stellungen weiterspielt,
  • in verloren geglaubten Stellungen seinem Gegner maximale Schwierigkeiten bereitet und
  • vorteilhafte Stellungen nicht leichtfertigt behandelt, sondern konzentriert zu Ende spielt.

Unsere 2. Mannschaft  verabschiedete sich mit einem überzeugenden Sieg gegen den SC König Nied 3 aus der Bezirksklasse A, so dass sich die Frage aufdrängt, warum sie den Klassenerhalt – wenn auch sehr knapp – verfehlt hat. Sicherlich haben hier mehrere Faktoren eine Rolle gespielt:

  • Es wurden 8 Punkte kampflos abgegeben.
  • Einige Leistungsträger konnten nicht ihre Normalform erreichen.
  • Nur drei Spieler (Justin, Lars und Andreas L.) erreichten eine Punktausbeute von mehr als 50%.

Damit sind wir allerdings auch schon bei der positiven Seite: Justin und Lars bewarben sich mit ihrem DWZ-Zuwachs von 71 bzw. 47 Punkten für einen Platz in der 1.Mannschaft.

Die Zielstellung für die nächste Saison ist klar:

Den Kampfgeist der Ersten zum Vorbild nehmen und Wiederaufstieg in die Bezirksklasse A.

Unsere 3. Mannschaft  musste naturgemäß unter dem Spielerdefizit am meisten leiden. 26 (!) Punkte wurden kampflos abgegeben. Damit war an einen Kassenerhalt nicht zu denken. Die meisten Punkte holten Rolf Ferdinand und das Großvater/Enkel-Duo Walter und Dominik.

Andererseits spielt die Dritte ohnehin nicht so erfolgsorientiert, sondern mehr nach dem Motto von David Bronstein:

Im Schach gewinnt jeder. Hat man Freude am Spiel ist auch der Verlust einer Partie kein Unglück.

So können wir dann auch insgesamt ein positives Fazit ziehen und uns schon auf den Beginn der neuen Spielsaison am 17.09.2017 freuen.