Neue Fide-Regeln (2017)

Es ist wieder soweit: Alle 4 Jahre werden die Fide-Regeln überarbeitet. Die neueste Auflage ist am 1.Juli in Kraft getreten. Die wichtigsten Änderungen will ich euch hier vorstellen. Alle Änderungen werden beim Deutschen Schachbund bzw. der Schiedsrichter-Kommission erklärt:

Neue FIDE-Regeln - was ändert sich wirklich in der Praxis?

Interpretationen und Auslegungen der Fide-Schiedsrichterkommission

Fide-Regeln (Deutsch & Englisch)

Regelwidriger Zug: Ziehen mit 2 Händen

Es gibt Situationen im Schach, in denen man eventuell einen Zug schneller mit 2 Händen ausführen könnte, z.B. das Ausführen der Rochade oder das Schlagen einer Figur. Das ist nun untersagt und wird als regelwidriger Zug betrachtet. Zur Erinnerung: Ein regelwidriger Zug führt im Schnell- und Blitzschach zum sofortigen Partieverlust, während im klassischen Schach erst der zweite regelwidrige Zug zum Partieverlust führt. Achtet daher insbesondere in diesen 3 Situationen auf diese Regel:

  • Rochade
  • Schlagzüge
  • Bauernumwandlungen

Übrigens ist das Ziehen einer Figur mit einer Hand und das Drücken der Uhr mit der anderen Hand kein regelwidriger Zug. Dennoch ist dieses Verhalten nicht erlaubt; Der Schiedsrichter wählt im Rahmen seiner Möglichkeiten eine Strafe.

Regelwidriger Zug: Uhr drücken ohne gültigen Zug

Wenn ein Spieler am Zuge die Uhr drückt, ohne einen Zug ausgeführt zu haben, so begeht er laut neuem Regelwerk einen regelwidrigen Zug. Im Schnell- und Blitzschach ist die Partie dann verloren, im klassischen Schach verliert dann der zweite regelwidrige Zug. Das Regelwerk kennt somit jetzt 4 Arten von regelwidrigen Zügen:

  • Züge, die nicht dem Fide-Regelwerk entsprechen,
  • Bauernumwandlungszüge, die nicht mit einer Umwandlung enden,
  • Züge, die mit 2 Händen ausgeführt wurden (siehe oben),
  • Uhrendrücken ohne einen gültigen Zug.

Mobiltelefone und elektronische Geräte

Die Regelungen für Mobiltelefone sollen gegen Computerbetrug vorbeugen. Bisher war die Regelung so, dass nicht einmal das Mitführen von Mobiltelefonen und elektronischen Geräten erlaubt war. Das Strafmaß wurde dann in der Turnierordnung oder der Turnierausschreibung festgelegt (In Mannschaftskämpfen des HSV beispielsweise wurde dann explizit keine Strafe ausgesprochen).

Diese Regelung wird nun erweitert: Die Turnierordnung oder Turnierausschreibung kann nun erlauben, Mobiltelefone oder elektronische Geräte im ausgeschalteten Zustand nach Vorstellungen des Schiedsrichters zu deponieren. Das Gerät ist dann während der Partie natürlich tabu und darf nicht verwendet werden.

Remis anbieten, J'adoube-Regel und E-Zigaretten-Regelung

Spieler dürfen frühestens Remis anbieten, nachdem beide Spieler einen Zug ausgeführt haben. Die Fide-Regeln erlauben auch höhere Mindestanzahlen an Züge vor einem möglichen Remisschluss. Diese müssen dann ebenfalls eingehalten werden, sofern das Turnier oder der Mannschaftskampf nach dieser Regel spielt.

Figuren können mittels J'adoube zurechtgerückt werden. Neu ist die Einschränkung, dass man selbst am Zug sein muss, um Figuren zurechtzurücken. Wenn der Gegner am Zug ist, so gilt es nun als Störung, wenn ich auf seine Zeit Figuren zurechtrücken will.

Der Umgang mit E-Zigaretten ist nun in die Regeln aufgenommen worden. Es gilt das gleich wie für Zigaretten: Sie sind nur in dem deklarierten Raucherbereich erlaubt.

Fazit

In der Praxis dürfte sich am Schachspiel nicht viel geändert haben. Die wichtigsten Änderungen sind die neuen regelwidrigen Züge. Diese haben eine große Auswirkung auf den Partieausgang. Man sollte daher diese Regeln beherzigen und Züge sauber mit einer Hand ausführen.