Ramada Cup 2015/2016 – Persönlicher Erfahrungsbericht

Der Ramada-Cup 2015/2016 wird für mich immer in guter Erinnerung bleiben, da ich in der Ratingklasse C (Turnierwertzahl: 1701 – 1900) sowohl das Qualifikationsturnier in Köln als auch das Finale in Halle mit jeweils 5 aus 5 Punkten gewinnen konnte. Damit erreichte ich eine Traum-Turnierperformance von 2469 in Köln bzw. 2512 in Halle.

Wer erfahren möchte, wie diese – auch für mich unerwartete - Leistungsexplosion möglich war, kann gerne weiterlesen.

Alles fing damit an, dass ich im Jahre 2015 eine katastrophale Schachbilanz verzeichnen musste und meine DWZ dramatisch um 159 Punkte gesunken war.

Um die Ursache für diesen Einbruch zu erkunden, habe ich alle Partien, die ich im Jahr 2015 gespielt habe, noch einmal mit Computerunterstützung ausführlich analysiert. Als Ergebnis konnte ich feststellen, dass ich keineswegs den Verstand verloren oder das Schachspielen verlernt habe. Die Ursachen waren ausschließlich grobe Aussetzer in der 4. oder 5. Spielstunde, mit denen ich besser stehende Stellungen zum Remis, ausgeglichene Stellungen zum Verlust verdorben hatte.

Ich zog also die Schlussfolgerung, dass ich nicht unbedingt mein schachspielerisches Können, sondern meine mentale Stärke verbessern muss, um diese groben Fehler zu vermeiden.

Auf das Ramada-Turnier habe ich mich dann mit körperlichem und geistigem Entspannungstraining vorbereitet, also weniger Schach sondern mehr Hometrainer, Schwimmbad und frische Luft beim Wandern.

Zur Vorrunde nach Köln bin ich ohne Leistungsdruck mit dem Vorsatz gefahren, einfach gute Partien zu spielen und grobe Fehler zu vermeiden. Der Komfort, im Hotel zu wohnen, zu essen und zu spielen hat sich ebenfalls sehr positiv auf meinen Gemütszustand ausgewirkt. Die freie Zeit außerhalb des Turniersaals habe ich im Fitness-Studio oder bei kleineren Spaziergängen verbracht.

So ist es mir gelungen, die Partien ohne Blackouts zu beenden und konnte von den Fehlern meiner Gegner profitieren und mich für das Finale qualifizieren.

Beim Finale in Halle folgte dann die Fortsetzung. Sehr gute und entspannte Bedingungen im Hotel zum Wohnen, Essen, Freizeit und Schach, Konzentration allein auf mich selbst und die Partien.

In den insgesamt 10 Partien habe ich 9 x besser stehende Stellungen herausgearbeitet und dann auch gewonnen. Nur 1 x ist mir ein großer Vorteil in eine Verluststellung entglitten und ich hatte Glück, dass mein Gegner fehlgriff und ich noch den ganzen Punkt erbeuten konnte.

Zum Abschluss zeige ich die Partien in den jeweils letzten Runden im Qualifikationsturnier und im Finale, die mir das 100%-Ergebnis einbrachten.