SFK1: Unerwartete Punktausbeute beim Tabellenführer

Am letzten Sonntag fuhren wir recht entspannt zum Spiel gegen den bisher verlustpunktfreien Tabellenführer. Als klarer Außenseiter hatten wir nichts zu verlieren. Andererseits wussten wir, dass wir bisher gegen sehr starke Gegner unsere besten Leistungen gezeigt haben.

Auf keinen Fall wollten wir uns kampflos geschlagen geben.

Das erste Ergebnis kam nach etwa 3,5 Stunden von Brett 1. Frank hatte zwar eine leicht bessere Stellung, allerdings ohne das erforderliche Konfliktpotential. Er opferte zwar noch einen Bauern, sein Gegner konnte jedoch die daraus entstandene Initiative abwehren: also remis.

Dann ging es jedoch Schlag auf Schlag: Stephan und Lars konnten ihre Partien gewinnen, während Marcel seinen Angriff nicht erfolgreich zu Ende bringen konnte und einem gegnerischen Konter zum Opfer fiel.

Stephan spielte wieder sehr solide. Er nutzte aus, dass sein Gegner einige ungenaue Züge machte, gewann im 26. Zug einen Bauern und nach weiteren 20 Zügen die Partie.

Lars spielte wohl die beste Partie des Tages. Er hatte sich in der Eröffnung einen deutlichen Vorteil heraus gespielt, den er dann konsequent im Endspiel zum vollen Punkt umwandeln konnte. Die entscheidende Phase hätte ich gerne im Partienteil gezeigt, was im Moment an einem technischen Problem gescheitert ist. Vielleicht können wir das noch nachholen.

Dann kam leider eine Negativmeldung vom 3. Brett. Alex hatte alle Brücken hinter sich abgerissen, war mit seinen Figuren nach vorn gestürmt und hatte seinen König auf der Grundreihe schutzlos zurück gelassen, wo dieser dann in der Gegenoffensive vom gegnerischen Läuferpaar Matt gestzt wurde.

Nach 5 Stunden stand es also 2,5 : 2,5 bei noch 3 laufenden Partien mit leichtem Vorteil für uns.

Ich hatte zu Beginn des Mittelspiels Glück, als ich einen Springereinschlag auf c6 übersehen hatte und mein Gegner diesen einen Zug zu spät realisierte. Danach stand ich deutlich besser, war jedoch bei der Verwertung des Vorteils zu zögerlich, so dass sich dieser langsam aber sicher verflüchtigte. Es entstand ein Springerendspiel, in dem ich zwar die Initiative, aber keine realistische Gewinnchance mehr hatte, so dass ich wohl oder übel in das Remis einwilligen musste.

Jürgen profitierte von einem Figureneinsteller des Gernsheimer Mannschaftsführers. Das hieß aber nicht, dass damit die Partie sofort beendet war. Sein Gegner erinnerte sich möglicherweise an die Partie Carlsen – Jones beim Tata-Steel-Turnier 2018, als der Weltmeister eine Figur eingestellt und die Partie dennoch gewonnen hat! Er verteidigte sich sehr zäh und einfallsreich. Nach insgesamt 6 Stunden war es aber geschafft. Jürgen hatte mit seinem Partiegewinn das 4:3 sicher gestellt.

Die letzte laufende Partie musste die endgültige Entscheidung bringen. Der Gernsheimer wollte die Niederlage des Tabellenführers unbedingt vermeiden und setzte Andreas in einem Endspiel Läufer gegen Springer mit jeweils 3 Bauern mächtig unter Druck. Andreas fand jedoch mit seinem Springer stets die richtigen Verteidigungszüge. Zum Schluss gab es eine Zugwiederholung, von der sein Gegner nur mit Nachteil hätte abweichen können.

Nach 6,5 Stunden ging dieser lange, aber für uns sehr erfolgreiche Spieltag mit 4,5 : 3,5 zu Ende.