SFK1 in Gernsheim: Russisches Roulette mit glücklichem Ausgang!

Die Ausgangslage war klar: Beide Teams waren Tabellennachbarn und benötigten dringend einen Sieg, um sich etwas von den Abstiegsplätzen zu entfernen.

Für uns ging es hoffnungsvoll los. Manfred konnte recht schnell einen vollen Punkt verbuchen. Bereits nach 15 Zügen war eine scharfe, zweischneidige Stellung entstanden. Beide Seiten hatten jeweils Dame, das Läuferpaar und einen Springer in Richtung des gegnerischen Königs in Stellung gebracht. Viele Drohungen standen im Raum. Manfreds unmittelbare Mattdrohung auf g2 erwies sich als entscheidend. Der Gegner musste zur Abwehr entscheidend Material hergeben und die Partie war bald zu Ende.

Martin hatte mit Schwarz schnell Ausgleich erzielt, allerdings nicht mehr, so dass ein Remis der logische Abschluss war.

Wir führten nun 1,5 : 0,5 und an den anderen 6 Brettern sah es nach einem 3 : 3 aus. 

Alex hatte seine Figuren optimal am Königsflügel aufgestellt, während sein Gegner sich in Richtung Damenflügel orientiert hatte. Um den allein gelassenen König zu retten, griff er aus Verzweiflung zu einem Figurenopfer. Alex hatte nun die Wahl, mit einem risikobehafteten Läufereinschlag das sofortige Ende herbei zu führen oder das Opfer anzunehmen und die Mehrfigur ruhig und sicher zu verwerten. Er entschied sich für den zweiten Weg und sein Gegner ließ sich noch bis zum 45.Zug quälen.

Stephans Partie stand unter dem Motto: Leichte Kavallerie! Sein Gegner hatte eine originelle Eröffnungsvariante gewählt. Er hüpfte mit seinem Sg8 über f6 – d5 – b4 – a6 – b8 - d7 nach f8. Stephan ließ das unbeeindruckt. Er entwickelte sich normal, rückte dem gegnerischen König auf die Pelle und es kam wie es kommen musste: Kurz nach der Zeitkontrolle machte sein Gegner den entscheidenden Fehler und konnte eine Mattdrohung nicht mehr vernünftig abwehren.

Die Punkte von Alex und Stephan wurden dann durch die Niederlagen von Marcel und Jürgen wieder kompensiert. Beide hatten nicht den besten Tag erwischt. Marcel übersah einen Läufereinschlag seiner Gegnerin, konnte dann nur noch im Trüben fischen, allerdings erfolglos.

Jürgen kam überhaupt nicht richtig in seine Partie. Er hatte seine Thermoskanne mit Kaffee zu Hause stehen lassen, ohne „Muntermacher“ ist ihm bald der erste und kurz darauf noch der zweite Fehler unterlaufen. Jürgen konnte die Partie noch lange hinschleppen, aber sein Gegner blieb konzentriert bei der Sache.

Damit stand es 3,5 : 2,5 für uns. Die Partien von Andreas und Frank mussten die Entscheidung bringen. Ein Remis in beiden Partien war ausreichend.

Andreas hatte mit Schwarz eine ausgeglichene Stellung auf dem Brett: sein Gegner besaß die bessere Bauernstruktur, als Kompensation kontrollierte Andreas die e-Linie. Keine Seite konnte ernsthafte Fortschritte machen.

Kurz vor der Zeitkontrolle, im 37.Zug riss bei Andreas jedoch der Geduldsfaden. Er hatte es satt, bedächtig zu manövrieren und opferte (unnötigerweise) einen Bauern. Auch hier folgte dem ersten (kleinen) Fehler, der zweite, der die Partie komplett einstellte. Glücklicherweise mischte sein Gegner in dieser Fehlerorgie mit. Ein totaler Blackout seines Gegners kippte die Partie erneut zu unserer Seite.

Damit hatten wir 4,5 Punkte und der Mannschaftskampf war entschieden.

In der Partie am Spitzenbrett ging es also nur noch um die Brett- und DWZ-Punkte.

Frank hatte in einem Turmendspiel einen Freibauern, der nur schwer zu verwerten war, da sein Turm vor dem Bauern stand und diesen blockierte. Frank besaß die Initiative, sein Gegner verteidigte sich trotz schwindender Bedenkzeit jedoch sehr zäh und fehlerfrei.

Frank hatte nun die Wahl, das Turmendspiel durch Aufgabe des Freibauern zu beleben und auf einen Fehler des Gegners zu hoffen oder in das Remis einzuwilligen und sich auf das Zwiebelschnitzel im Schäfer-Jacob zu konzentrieren.

Das Schnitzel hat gesiegt und wir fuhren mit einem aufregenden und glücklichen 5 : 3 – Sieg nach Hause.

Eine Auswahl der entscheidenden Situationen gibt es in der Partienachlese:

https://www.schachfreunde-kelkheim.de/partien-studien-probleme/gernsheim-3-sfk1-partienachlese