SFK1 sichert in Langen den Klassenerhalt

Wir sind mit dem Vorsatz nach Langen gefahren, mindestens einen Mannschaftspunkt zu holen, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Zur Realisierung dieses Zieles hatten wir uns vorgenommen, den Risikofaktor in den Partien nicht unnötig hochzuschrauben und mit gediegenem Spiel die erforderlichen Punkte einzufahren.

Nach zwei Stunden mussten wir die Erfahrung machen, dass dieses Vorhaben höchst riskant ist und nun nicht mehr aufgeht.

 

Markus hatte in der Eröffnung fehl gegriffen, eine Leichtfigur eingebüßt und die Partie verloren.

Jetzt mussten wir einem 0:1 - Rückstand hinterher laufen.

Alle anderen Partien standen recht ausgeglichen. Lediglich Frank war materiell im Vorteil. Sein Gegner hatte in der Eröffnung einen Bauern gegen Initiative geopfert. Wir setzten nun unsere Hoffnung darauf, dass Frank die Initiative seines Gegners eindämmen und dann mit seiner bekanntermaßen exzellenten Endspieltechnik den Mehrbauern verwerten wird.

Die Partien von Lars und Andreas endeten noch vor der Zeitkontrolle remis.

Lars hatte sich einen deutlichen Eröffnungsvorteil herausgespielt, der sich jedoch im Laufe des Mittelspiels verflüchtigte, so dass ein ausgeglichenes Endspiel entstanden war.

Andreas hatte mit Weiß spielend, den schwarzen König mit all seinen Figuren ins Visier genommen. Doch sein Gegner verteidigte sich sehr aufmerksam und schickte seinerseits alle Figuren seinem König zu Hilfe. Der weiße Angriff sah sehr bedrohlich aus, doch auch die nachträgliche Analyse mit Computerunterstützung sah keine zwangsläufige Möglichkeit für einen plötzlichen Einschlag.

Als sich das Figurenknäuel in einem taktischen Schlagabtausch aufgelöst hatte, blieb ein gleichstehendes Schwerfigurenendspiel übrig, das die beiden nicht weiter auskosten wollten.

Die anderen Partien gingen bis in die 5. Stunde.

Jürgen und sein Gegner lieferten sich ein munteres Endspiel, das dann auch in einem Remis endete.

Jetzt war Franks Stunde gekommen. Er hatte inzwischen seinen Mehrbauern zurück gegeben, um seine Figuren optimal aufzustellen und in ein gewonnenes Turmendspiel abzuwickeln, das sein Gegner im 47. Zug aufgab.

Damit war der Gleichstand mit 2,5 : 2,5 wiederhergestellt.

Dann kam uns die Schachgöttin, die uns zu Beginn der Saison nicht gerade verwöhnt hatte, zu Hilfe. Stephans Gegner übersah im 49. Zug in ausgeglichener Stellung einen Doppelangriff und büßte einen Läufer ein.

Nun lagen wir sogar in Führung und ich konnte beruhigt das Remis-Angebot meines Gegners annehmen. Ich hatte aus der Eröffnung heraus einen entfernten Freibauern am Damenflügel, den ich im Endspiel zu verwerten hoffte. Mein Gegner verteidigte sich jedoch sehr stark, in dem er mit seinen Zentrumsbauern vorwärts marschierte. Das führte dazu, dass sich die beiden auf dem Brett verbliebenen Läuferpaare mit ihren Verteidigungsaufgaben gegenseitig neutralisierten.

Beim Stande von 4:3 musste Marcel „nur“ noch ein Remis zum Mannschaftssieg halten.

Seine Gegnerin spielte mit Dame und Läuferpaar gegen Marcels Dame mit Springerpaar bei jeweils 5 Bauern. Die konkrete Stellung war ziemlich verbaut. Dadurch konnten die beiden Springer ihre Eigenschaft, über andere Figuren hinwegzuspringen zur Geltung bringen während den Läufern der notwendige Platz zur Entfaltung fehlte.

Mit dem Remis sicherte Marcel den Endstand von 4,5 : 3,5 und unserer Mannschaft den endgültigen Klassenerhalt.

Die nachträglichen Partieanalysen brachten keine spektakulären Kombinationen zu Tage, dafür jedoch einen während des Wettkampf verborgen gebliebenen Fall von totaler Schachblindheit. Das folgende Mattmotiv stand 3 mal auf dem Brett, ohne dass es die beiden Spieler oder Kiebitze bemerkten. Schwarz hatte zuletzt unvorsichtig Bg5 gezogen. Weiß am Zug kann in 2 Zügen Matt setzen:

Mattin2