Der Verein

Vereinschronik der Schachfreunde 1932 Kelkheim

Die Anfänge

(Auszug aus der Festschrift anlässlich des 50-jährigen Bestehens)

Im Jahre 1932 fanden sich sieben begeisterte Schachfreunde und gründeten in einer schwierigen Zeit den Verein "Schachfreunde Kelkheim"...
Es war das Jahr der großen Arbeitslosigkeit und sicherlich trug das Schachspiel dazu bei, von den Tagesproblemen abzulenken. Obwohl das Stimulans der Massenmedien fehlte - Alexander Aljechin hatte damals den Zenit seines Könnens erreicht - begann man Turniere auszurichten, die über den Rahmen des Vereins hinausgingen.
Ein besonders erwähnenswertes Ereignis war das Main-Taunus-Turnier 1933, dessen Teilnehmer auf dem Foto abgebildet sind. Das Turnier wurde im damaligen Café Bender, Bahnstraße, durchgeführt und die Aufnahme im Garten gemacht. Für Schachspieler jener Zeit war es wichtig, dass im Hause des Schachfreundes Josef Bender kein Verzehrzwang bestand.

1. Main-Taunus-Pokalturnier 1933 in Kelkheim
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Nach der Gründung des Vereins leiteten Karl Danner und bis 1945 Erwin Haug die Geschicke des Vereins. Nach einer Unterbrechung durch den Krieg war es wieder der unermüdliche Albert Walter, der 1947 den Neuanfang organisierte...

Von 26.5. bis 2.6.1957 feierten die Schachfreunde ihr 25-jähriges Gründungsfest mit einer "Schachwoche". Dabei gab es Simultanveranstaltungen, ein Blitzturnier, einen Festabend sowie einen Freundschaftskampf gegen Hofheim 1, der mit 4,5:3,5 gewonnen wurde!
Den Höhepunkt der Jubiläumswoche bildete jedoch das traditionelle Kelkheimer Pokalturnier, das zum 14. Mal ausgerichtet wurde. Den Sieg im Meisterturnier teilten sich dabei die Schachfreunde Theobald (SC Höchst) und Stimpel (SC Rüsselsheim) mit je 5 Punkten. Auf Platz 3 landete ein auch heute noch aktiver Schachfreund, nämlich Ferdinand Niebling (4,5 Punkte) der inzwischen für Frankfurt-West an die Bretter geht. Im Hauptturnier gewann Schröder vor Steyer (beide von den Schachfreunden Kelkheim). Insgesamt gab es 5 Klassen mit zusammen 52 Teilnehmern.

Vielen Dank an Schachfreund Frank Drill, der uns auf einen Bericht zur Kelkheimer Schachwoche in der Ausgabe 6/1957 der "Süddeutschen Schachzeitung" (dem damaligen offiziellen Verbandsorgan des Hessischen Schachverbandes) aufmerksam gemacht hat.

Kontinuierlicher Aufstieg

Das sportliche Niveau des Vereins wies bis in die 80er Jahre eine lange, kontinuierliche Entwicklung auf. Während in den ersten Jahrzehnten der Existenz nur eine Mannschaft mit acht Spielern für Turniere aufgestellt werden konnte, waren es in den 60er Jahren zwei und ab 1977 drei Mannschaften, von denen die erste bis in die Landesklasse, der damals dritthöchsten Spielklasse des Deutschen Schachbundes aufsteigen konnte und dort lange Zeit eine gute Rolle spielte.
Ursache dieses bemerkenswerten Aufschwungs war die überragende Jugendarbeit, die seit Beginn der 70er Jahre in Kelkheim geleistet wurde. Dabei haben sich besonders Andreas Kribben und Karl-Heinz Ullrich, beide ausgestattet mit der Jugendleiterlizenz des DSB, sehr verdient gemacht.

Schachjugend Kelkheim anno 1982
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Mit über 40 Mitgliedern gehörte die Kelkheimer Schach-Jugendgruppe zu den größten Hessens und qualifizierte sich damals als einziger Verein Hessens in allen Jahrgangsstufen für die höchste Spielklasse; die C-Jugend errang 1979 mit J.Kribben, C. Pfrommer, J. Erbach und J. Kullmann gar die Hessenmeisterschaft. 1982/83 gelang dieses Kunststück dann auch der A-Jugendmannschaft.

Erfolgreichster Einzelspieler war Christoph Pfrommer der das internationale Jugendturnier in Biel gewinnen konnte und später lange Jahre für die Karlsruher Schachfreunde in der 2. Bundesliga an die Bretter ging.

1988/89 gelang der ersten Mannschaft der Aufstieg in die Oberliga, der dritthöchsten Klasse des deutschen Schachbundes !!!

Das Ende des Booms

In den Jahren bis 1990-2000 gab es dann einen Bruch in der Entwicklung und auch die Nachwuchsarbeit kam zu kurz. Etliche Spieler verließen den Verein und einige Abstiege waren zu verkraften.
Dieser Trend ließ sich erst aufhalten, als im Jahre 2000 Stephan Gutacker den Vereinsvorsitz übernahm und Alexander Matzies das Jugendtraining wiederbelebte.

Auf zu neuen Höhen...

In der Saison 2002/03 gelang der ersten Mannschaft der Schachfreunde der Wiederaufstieg in die MTS-Liga und auch die Arbeit des Jugendleiters Alexander Matzies trug erste Früchte: Man konnte erstmals wieder eine dritte Mannschaft melden, die sich unter der Führung unseres erfahrenen Turnierleiters Harald Sasse ausschließlich aus Jugendspielern rekrutierte.

Ein weiterer Schritt zurück zu alten Erfolgen war der Zugang des langjährigen Bundesligaspielers FM Frank Staiger, der sich nach einigen Schach-Sabbatjahren der Förderung der Jugend verschrieben hat.
Über 80 Kinder zwischen 5 und 12 Jahren besuchten 2004 das von ihm wöchentlich durchgeführte Jugendtraining; ca. 50 "Bauerndiplome" wurden absolviert. Bei ersten Einsätzen der Kids in der dritten Mannschaft gab es gleich einige schöne Partien und Punktgewinne zu feiern.

Schachjugend Kelkheim anno 2004
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Seit Juni 2004 wurden neben dem allgemeinen Training der Schachjugend Leistungsgruppen eingeführt, in denen begabte Jugendliche verstärkt gefördert und etliche "Springer-, Läufer- und Turmdiplome" absolviert wurden.

Auch an den umliegenden Schulen sind die Schachfreunde aktiv und zwar insbesondere in Persona unser Schachfreund Klaus-Dieter Boethelt. Er leitet seit über zehn Jahren eine allzeit ausgebuchte Schach-AG an der Liederbachschule.
Darüber hinaus haben wir Kurse im Rahmen Projektwoche an der Pestalozzischule und der Hochbegabtenförderung an der Grundschule Sindlinger Wiesen durchgeführt, sowie eine Schach-AG an der Eichendorffschule angeboten.
Von der sehr erfolgreichen und aktiven Schach-AG am Richter-Gymnasium führt uns Schachfreund Bernd Kronenburg auch immer wieder talentierte Neuzugänge zu.

Alle diese Aktivitäten sind Teil unserer Mission, Kids den Spaß am Schach spielen zu vermitteln, und neue Nachwuchstalente für die Schachfreunde zu rekrutieren.

Seit unserem Jubiläumsjahr 2007 sind wir Mitglied in der Chess Tigers Universität und können unsere Mitglieder so - kostenfrei - mit einer enormen Fülle hochqualitativer Trainingslektionen versorgen, mit denen man je nach Zeit und eigenen Ansprüchen an seinem schach-sportlichen Niveau arbeiten kann.

Die Mitgliederzahl der Schachfreunde ist von 2002 bis 2006 von 24 auf über 60 Mitglieder geradezu explosiv gestiegen und hat sich da seither stabilisiert.

 

Entwicklung der Mitgliederzahlen

Mitgliederzahlen seit 1992

Seit 2005 stellen wir jedes Jahr mindestens einen MTS-Jugend-Einzelmeister im Normal- oder Blitzschach und in der Saison 2008/09 gelang es unserer Schülermannschaft die Hofheimer Dominanz mit vier Siegen in Folge zu brechen und die Meisterschaft der MTS-Schülerliga zu erringen! Diese Leistung wurde in der der Saison 09/10 nochmals getoppt, als unsere Jungs mit Platz 1 und 2 einen grandiosen Doppelsieg in der Schülerliga feiern konnten!
Nach 3 Mannschaften in der Saison 03/04, 4 in 04/05 und 5 Teams in 05/06 nahmen wir in der Saison 10/11 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte mit 6 Teams und 41 Aktiven (zzgl. Ersatzspielern) am Spielbetrieb teil!
In den vier Spielzeiten ab der Saison 07/08 gab es insgesamt 10 Aufstiege unserer Mannschaften zu feiern - ein sicherer Nachweis der deutlich gestiegenen Spielqualität unserer Teams!

 

 

Fieberkurve Schachfreunde Kelkheim

Fieberkurve der Schachfreunde Kelkheim

 

Aktueller Status

Inzwischen sind die stärksten Nachwuchsspieler in der 1. und 2. Mannschaft angekommen und so wurde das lange Jahre vorrangige Ziel, die viel zu große Lücke zwischen unserer 1. Mannschaft und den folgenden Teams auf maximal je zwei Klassen zu verringern, mit dem Aufstieg der Zweiten in die Bezirksklasse A in der Saison 14/15 endlich realisiert.
Mit den nunmehr bestehenden je zwei Spielklassen Abstand zwischen unseren Teams ist gewährleistet, dass unsere talentierte Nachwuchskräfte leistungsgerecht eingesetzt und damit optimal entwickelt werden können - und wir so die Chance haben, unsere anspruchsvollen Ziele für die Zukunft zu erreichen...

 

Übersicht Spielklassen unserer Mannschaften

Übersicht der Spielklassen

Oberhalb des Bezirks Main-Taunus sind wir der Landesklasse Süd zugeordnet. Die Verbandsliga Nord und Süd werden jährlich nach geographischen Aspekten der teilnehmenden Mannschaften vom hessischen Turnierleiter neu eingeteilt. Tendenziell sollte Kelkheim eher dem Süden zugeordnet sein.

Die Zahl der absteigenden Mannschaften hängt davon ab, wie viele hessische Teams aus der Oberliga in die Hessenliga absteigen. Grundsätzlich steigen aus der Hessenliga 2 Mannschaften, aus der Verbandsliga 2 Mannschaften und aus der Landesliga Süd 3 Mannschaften ab.

Ein Blick in die Glaskugel

Apropos Ziele... wie sehen die Ziele der Schachfreunde denn eigentlich aus?
Zugegeben, bescheiden bin ich / sind wir nicht gerade, wenn wir an unsere mittel- bis langfristigen Pläne denken:
In der Spitze soll sich unsere Erste mittelfristig in der Verbandsliga etablieren; auf längere Sicht sollte in einer Stadt wie Kelkheim ein Hessenliga-Team zu realisieren sein, vielleicht sogar mehr...
Was Kelkheim-Münster im Handball geschafft hat, wollen wir im Schach packen!
Dies soll jedoch nicht á la Chelsea oder Hoffenheim durch Finanzmittel "erkauft", sondern durch eigene schach-sportliche Entwicklung basierend auf einem breiten und soliden Fundament entstehen.
Kann dieses Konzept durchgesetzt werden, so scheint Platz 2 in der Vereinsrangliste hinter dem MTS-Primus Hofheim durchaus in Reichweite.

Es bleibt also spannend wie es weiter geht in den Kelkheimer Schachkreisen, die Tendenz ist weiterhin aufstrebend...

 

Vorsitzende der Schachfreunde Kelkheim

Vorsitzende der Schachfreunde Kelkheim
Karl Danner 1932 - 1933
Erwin Haug 1933 - 1945
Vinzenz Kilian 1947 - 1960
Carl Then 1960 - 1968
Fred Hinkel 1968 - 1969
Vinzenz Kilian 1969 - 1970
Albert Walter 1970 - 1971
Alois Kandzia 1971 - 1971
Albert Walter 1971 - 1974
Hubert Westermann 1974 - 1980
Martin Schulz 1980 - 1987
Tobias Gillenkirch 1987 - 1991
Oliver Gerke 1991 - 1992
Robert Gillenkirch 1992 - 1998
Thomas Petri 1998 - 2000
Stephan Gutacker 2000 - 2005
Frank Staiger 2005 - 2016
Manfred Berner 2016 - heute